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3-Worte-Challenge - die siebte Runde

 

 

Hallo ihr Lieben,

 

vielen Dank für eure Vorschläge. Diesmal habe ich mich entschieden für:
 

Wespen, Müllcontainer, Borkenkäferfraß

 

Dies war die Herausforderung von Maren für ein Gedicht.

 

Persönlichkeit, Vergangenheit, unzertrennlich

 

Mit diesen Worten hat Verena mich zu einem Zeitenwelttext herausgefordert.

 

Viel Spaß beim Lesen.

 


Kaffeetafel

Wespen
irren
vom Müllcontainer
zum Gebäck
und zurück.

Ein Borkenkäfer
fraß sich
durch den Baumkuchen:
Keinen Stich
für die Wespen.


Immobile Händler

Das Verkaufswesen in der Zeitenwelt besteht aus fahrenden – also mobilen –  und den immobilen Händlern. Die letzteren besitzen jedoch keine gleichnamigen Güter, sondern zeichnen sich dadurch aus, dass sie ziemlich unbeweglich an Ort und Stelle ausharren. Häufig findet man sie im Lande der Schwerhaber, z.B. vor Bahnhöfen und anderen Knotenpunkten – unfähig ihren einmal ausgewählten Standpunkt zu verändern. Da helfen meist auch keine Argumente, selbst wenn diese gut und genug sind. Auch keine Standortanalysen. Einmal an einem Ort niedergelassen, erwecken die immobilen Händler den Eindruck mit diesem Ort fest verknotet zu sein. Das könnte daran liegen, dass es im Lande der Schwerhaber eine Geschichte von einem ganz besonderen Knotenpunkt gibt, die sich seit Generationen erzählt wird. Vermutlich hat sich im Laufe der Zeit, die Funktion des Knotenpunktes von einer nützlichen Verbindung zu einer unzertrennlichen gewandelt. Wie dem auch sei, die Schwerhaber sind in dieser Hinsicht sehr leidensfähig und sitzen und sitzen an den Knotenpunkten, unerheblich, ob sie ihre Waren verkaufen oder nur mit ihnen zusammen an den Knotenpunkten verweilen. So manch ein Händler hat im Laufe der Zeit eine besondere Verbindung zu seinen Waren bekommen. Ich habe auch von Gerüchten gehört, dass es Verbindungen gäbe, die unzertrennlich wurden. Vielleicht war es ursprünglich auch nur Werbung über Porzellan, das unzertrümmerbar war, aber ihr kennt ja alle »Stille Post« und was passiert, wenn Geschichten mündlich überliefert werden.
Was die Waren angeht, lässt sich in der Zeitenwelt alles verkaufen: Dinge des täglichen Gebrauchs sowie Dinge, die eher selten oder nie gebraucht werden. Wobei man über den Begriff »Gebrauch« in diesem Zusammenhang ausgiebig diskutieren könnte. Nehmen wir z.B. die Kopfbedeckungen, die von einer fahrenden Händlerin in Natorien verkauft werden. Einmal auf den Kopf gezogen verrichten dort ihre Dienste. Ist es dann weniger ein Gebrauch, sondern eher eine Dienstleistung, die diese Kopfbedeckungen verrichten? An wen sollte man dann die Springenden Punkte, in diesem Falle die Frisierpunkte, zahlen? An die Händlerin? Oder an die Kopfbedeckung selber? Ist eine Kopfbedeckung vielleicht eine eigene Rechtspersönlichkeit?
Du lachst an dieser Stelle? Es gibt sogar Diskussionsforen, die sich mit solchen Fragen beschäftigen. Ich habe davon gehört, dass versucht wurde für diese besonderen Kopfbedeckungen, diese Lachenden Locken, Konten zu eröffnen. Und auch wenn du mir nicht glaubst, das hat sogar funktioniert. Auf einer Blumenbank - in einem besonderen Gartencenter – gibt es ein Sammelkonto für alles, was mit einem Lächeln bezahlt wird. Das hat mir die fahrende Händlerin erzählt, während sie immerfort ihre hellblinden Locken in ihren Turban zurücksteckte. Nicht ohne mich zu warnen, nicht auf diese Locken zu schauen, da dies in der Vergangenheit häufig dazu geführt habe, dass die Betrachterin bzw. der Betrachter erblindet sei und außer Stande war, noch irgendetwas zu sehen, was sich in einer Umgebung ereignete.

In deiner Welt bedarf es dazu keiner Lachenden Locken? Ja, das könnte sein. Allerdings ist das dann deine Geschichte, die du uns erzählen kannst. Wenn du magst.


 

Wie haben dir die Texte gefallen?

Gib mir doch eine Rückmeldung dazu. Entweder mit ein paar Worten oder aber mit  Birnen - statt Sternen.

Liebe Grüße

Eure Betty