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Die ersten Ergebnisse


Hallo ihr Lieben,

hier nun die kompletten Ergebnisse der ersten Challenge.

 

Gartenzaun, Flip Flops, Quark

Dies war die erste Herausforderung von Geli für ein Gedicht

 

Freude, Gewinn, Zeitenwelt

Mit diesen Worten hat Sonja mich zu einem Zeitenwelttext herausgefordert.

 

Viel Spaß beim Lesen.


Die Verlosung - oder Hans und Franz wollen in die Zeitenwelt

Die Gute Menschin von Anderswo – so will ich sie direkt nennen – arbeitete beim Finanzamt in ihrer Heimatstadt. Auch wenn sie zu dieser Zeit noch einen anderen Namen trug: Irene Irgendwie oder so ähnlich. Ihre Ausbildung hatte sie mit einem »Gut, aber was kann sie schon damit anfangen?« bestanden. Und genau dies hatte sie zu ihrem Leitspruch erhoben: »Was kann ich schon anfangen?« Mit diesem Satz harrte sie an Ort und Stelle aus. Ok, sie meisterte die eine oder andere Sonderausbildung und engagierte sich sehr beim Thema »Kommunikation und was kann ich tun, wenn mich niemand versteht«. Unabhängig davon konnte sie sich nicht vorstellen, irgendwann einmal etwas anderes zu machen, als ihrer Arbeit beim Finanzamt nachzugehen.
Kaum hatten die ersten Neugierigen der Zeitenwelt ihre Nasen durch die Portale in Richtung Erde gesteckt, wurden auf Bestreben der irdischen Vertreter Kommissionen gegründet. Man einigte sich auf Regeln für den gegenseitigen Weltenübertritt. Dass diese täglich überdacht und immer wieder diskutiert wurden, will ich nur am Rande erwähnen. Und über die Überwachung werdet ihr euch wahrscheinlich auch nicht wundern: Es war eine sehr enge und stringente Überwachung. Die Weltenübertreter – so wurden sie in der Zeitenwelt genannt – sollten untersucht, gekennzeichnet und registriert werden. Insbesondere durch die Kennzeichnung wollte man ein unkontrollierbares Übertreten verhindern, denn niemand wusste genau, welche Auswirkungen dies auf das Kräfteverhältnis im Universum haben würde.
Als in der Heimatstadt der Guten Menschin von Anderswo nun freiwillige Beamte für den Austausch mit der Zeitenwelt gesucht wurden, war der Andrang sehr groß. Es meldeten sich Hans und Franz – zwei junge Kollegen der Guten Menschin, die das Abenteuer liebten, jedoch über keinerlei Erfahrungen im Kommunikationsbereich verfügten. Das sahen die beiden zwar anders: Konnten sie sich doch stundenlang anschweigen, um sich am Ende zuzunicken und einvernehmlich das gute Gespräch miteinander zu loben. Auch die übrigen Bewerber verfügten über mehr oder weniger geeignete Qualifikationen. Daher wurden weitere Kommissionen gegründet. Und es wurde diskutiert. In anderen Städten lief es ähnlich. Lange nachdem die Zeitenweltbewohner ihre Austauschkandidaten aufgestellt hatten, war man auf der Erde noch in der Findungsphase. Ein Desaster. Aber ich will nicht lang hin- und her reden. Irgendwoher kam dann die Idee, man solle die Plätze doch verlosen. Gesagt, getan. Na ja, ganz so schnell ging es nicht. Aber nach einigen Wochen starteten die Verlosungen.
Unsere Gute Menschin wäre im Leben nicht auf die Idee gekommen, sich an einer der Verlosungen zu beteiligen – bis kurz vor Ende der Bewerbungsfrist.
»Ich habe unsere Namen auf einen Zettel geschrieben«, nickte Hans zufrieden.
»Du hast was?«
»Auf einen Zettel geschrieben«, wiederholte Hans.
Franz schüttelte den Kopf.
»Das wär's dann wohl gewesen.«
»Wieso?«
Unsere Gute Menschin starrte die beiden Kollegen an, schüttelte den Kopf, nahm wie in Trance ihre Speise entgegen und sah nach einem freien Platz in der Kantine.
»Hans und Franz!«, schoss es ihr durch den Kopf. »Die beiden in einer fremden Welt - als Vertreter der Erde?«
Noch bevor sie mit ihrem Essen an einem der freien Tische ankam, machte sie wieder kehrt. Das Tablett - keine Ahnung, wo sie es hinstellte. Es war fünf vor zwölf. Sie kramte in ihrem Portemonnaie, fand eine Visitenkarte und rannte ins Personalbüro. Der Kommissionsvorsitzende – zuständig für die Bewerbungen aus dem hiesigen Finanzamt – stand vor der großen Lostrommel.
»Entschuldigung!« Die Gute Menschin schob ihn beiseite, warf ihre Visitenkarte in die Öffnung und starrte dann auf die Lostrommel.
»Das war aber knapp«, brummelte der Vorsitzende.
»Ja, das war knapp«, strahlte die Gute Menschin. Die Freude über ihren Entschluss veränderte sie. Mit erhobenem Haupt verließ sie das Personalbüro.
Und auch, wenn sie in diesem Moment nicht mit einem Gewinn bei der Verlosung rechnete, so hatte sie doch einen Entschluss gefasst: Sie wollte etwas Neues anfangen.


Quark in meinem Kopf

 

Du musst dich entscheiden:
Wanderschuhe oder Flip Flops,
Toast oder Vollkorn,
Angst oder Mut,
du musst dich entscheiden.
Quark wabert in meinem Kopf.

Du musst dich entscheiden:
Bikini oder Regenmantel,
Mascarpone oder Molke,
Befürchtungen oder Hoffnungen,
du musst dich entscheiden.
Quark schüttelt meinen Kopf.

Du musst dich entscheiden:
Gartenzaun oder offene Türen,
Sauce oder Selters,
Vergangenheit oder Zukunft,
du musst dich entscheiden.
Quark will aus meinen Kopf.

Wenn ich mich entschieden habe,
wird Quark in meinem Kühlschrank stehen,
neben Mascarpone und Molke.


 

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Liebe Grüße

Eure Betty